Hundeabwehrspray

Erste Hilfe bei Fehlanwendung

Abwehrsprays halten nicht nur zweibeinige Angreifer auf Distanz, sondern auch aggressive Hunde. Bei einem sogenannten Hundeabwehrspray kommt es jedoch darauf an, es richtig anzuwenden, um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Was ist ein Hundeabwehrspray?

Sogenannte Hundeabwehrsprays haben einiges mit Pfefferspray für die Handtasche gemeinsam, doch es gibt auch Unterschiede, sowohl in der Zusammensetzung als auch in der Dosierung. Der wichtigste Bestandteil ist bei Abwehrsprays ein Reizgas namens CS, während Pfeffersprays auf den aus Chili gewonnenen Wirkstoff Capsaicin setzen. Erhältlich sind die Sprays in Sprühdosen, die oft mit einem Clip am Gürtel oder mit einem Elastikbank am Handgelenk befestigt werden und bei Gefahr rasch greifbar sind – oft ist die Spraydose sogar mehrfach verwendbar.

Hundeabwehrspray und Pfefferspray: Anwendung und juristischer Hintergrund

Um ein Abwehrspray sinnvoll zu nutzen, ohne dass es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommt, sollte man wissen, dass die meisten Produkte eher für den Gebrauch im Freien geeignet sind. In geschlossenen Räumen verteilt sich der feine Sprühnebel in unmittelbarer Nähe und kann auch den Anwender in Mitleidenschaft ziehen.

Im Freien schätzen Spaziergänger und Jogger, aber auch Hundehalter ein Hundeabwehrspray, mit dem man sich und den eigenen Vierbeiner gegen aggressive freilaufende Hunde schützen kann. Allerdings sollte man abwarten, bis der angreifende Hund den Wirkungsradius des Sprays betritt, der zwischen 3 und 5 Metern liegt. Danach genügt es, einen Sprühstoß gezielt auf das Gesicht abzusetzen.

Erlaubt ist das durchaus – allerdings darf Pfefferspray in Deutschland legal nur als Tierabwehrspray verkauft und verwendet werden. Wer sein Hundeabwehrspray jedoch nicht vorsätzlich, sondern in einer Notwehrsituation gegen menschliche Aggressoren einsetzt, bleibt straffrei – zumal die Wirkung schon nach relativ kurzer Zeit wieder nachlässt.

So wirkt Hundeabwehrspray

Wer sich einmal bei der Zubereitung von Chilischoten versehentlich ins Gesicht gegriffen oder die Augen gerieben hat, kann sich vorstellen wie ein Tierabwehrspray wirkt. Die Reizstoffe verursachen starkes Hitzeempfinden, Brennen und Jucken auf der Haut. Gelangt Pfefferspray in die Augen, ist das Sehvermögen vorübergehend gestört, auch die Atmung kann behindert werden.

Die Wirkung ist drastisch, lässt jedoch je nach Produkt innerhalb von etwa 30 – 60 Minuten bzw. einigen Stunden nach. Gefährlich werden kann das Spray aber für Allergiker und Asthmatiker.

Was tun gegen Pfefferspray? Erste Hilfe bei Fehlanwendung

Capsaicin ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der jedoch hochgradig reizend ist. Bei einer Fehlanwendung, etwa bei falschem Halten des Sprays oder der Anwendung in geschlossenen Räumen, werden vor allem unbedeckte Körperteile wie Gesicht, Kopf und Hände in Mitleidenschaft gezogen. Die Wirkung lässt von allein nach, doch Erste Hilfe kann die unmittelbaren Schmerzen und Reizungen lindern.

Als Ersthelfer sollte man bedenken, dass der oder die Betroffenen oft kurzzeitig geblendet sind, eventuell verwirrt, und auf jeden Fall unter Schmerzen leiden. Deshalb ist es ratsam, alle Maßnahmen in beruhigendem, sachlichem Tonfall zu erklären.

Pfeffer- und Hundeabwehrspray kann aus den Augen, von der Haut und der Kleidung entfernt werden. Eingesprühte Kleidungsstücke sollten nach Möglichkeit behutsam ausgezogen werden. Das Spray auf der Haut, vor allem im Gesicht, lässt sich mit Taschentüchern abtupfen, ohne dass dabei Reste des Sprays weiter verteilt werden. Der Mund kann mit Wasser ausgespült werden, allerdings sollte die betroffene Person das Wasser ausspucken, um weitere Verätzungen zu vermeiden.

Ist Pfefferspray in die Augen gelangt, kann man mit Wasser bei seitlich gelegtem Kopf vom inneren zum äußeren Augenwinkel ausspülen und hierbei auch eventuelle Kontaktlinsen entfernen. Hat sich der Betroffene einigermaßen erholt, ist später das Händewaschen, das Ausspülen der Haare oder eine Dusche möglich, doch nicht mit warmem Wasser, da dies die Wirkung von Capsaicin wieder ankurbelt.

Hundeabwehrspray: Richtig handhaben und Auswirkungen kompetent lindern

Hundeabwehrspray, wie es in Deutschland frei verkäuflich und legal ist, schützt vor aggressiven Vierbeinern – und menschlichen Angreifern. Das hoch wirksame Spray kann bei unsachgemäßem Gebrauch jedoch erhebliche Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen verursachen. Mit gezielter Erster Hilfe lassen sich die Auswirkungen jedoch lindern, und innerhalb einer halben Stunde haben die Betroffenen das Schlimmste überstanden. Sollten jedoch Atem- und Sehstörungen anhalten, ist ein Arztbesuch anzuraten.