Einsatzübung der SEG mit der DRK Bereitschaft und Feuerwehr Ostfildern


Lage

Am Abend des 4. Septembers geht ein Notruf bei der Leistelle der Feuerwehr mit dem Wortlaut "Brand im U-Bahntunnel in Ostfildern Ruit" ein. Eine Stadtbahn der Linie 7 hatte in dem 600 m langen Tunnel Feuer gefangen und konnte nicht mehr aus eigener Kraft den Tunnelausgang erreichen. 

Alarmierung

Laut vorerst mündlicher Vereinbarung werden bei Tunnelunfällen automatisch neben dem Rettungsdienst und der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern auch die Bereitschaft Ostfildern und die SEG Esslingen alarmiert. Weiterhin wird der in Echterdingen stationierte ELW 2 mit Führungshelfern alarmiert. Ein noch zu erstellender Alarm- und Einsatzplan wird in Zukunft detailliert Auskunft geben. 

DRK-Einsatzablauf

Wie vorgesehen erfolgt eine Anfahrt der Rettungskräfte zum Sammelplatz Talwiesen und zu den beiden Tunnelausgängen "Haltestelle Ruit" und "Haltestelle Zinsholz". Die Feuerwehr hat die Personenrettung zu beiden Ausgängen hin angekündigt. Die erste Meldung lautet auf mehr als 20 Verletzte und Betroffene. Aufgrund der unklaren Sachlage entscheidet die Einsatzleitung sich für den Aufbau eines Verbandplatzes in einer naheliegenden Schule. Damit ergaben sich vier Einsatzabschnitte: EA Sammelplatz, EA Schadenstelle Zinsholz, EA Ruit Mitte und EA Verbandplatz. Die Einsatzleitung nimmt in einiger Entfernung zum Tunnelausgang Ruit ihre Arbeit auf. Ein Verbindungsmann wird zur Einsatzleitung der Feuerwehr entsandt. 

Die geretteten Personen werden nach einer kurzen Erstversorgung vor Ort zum Verbandplatz gebracht. Dort erfolgt die Sichtung durch einen Notarzt und Behandlung. Der Abtransport wird übungsbedingt für einige Patienten simuliert.


Der aufnahmebereite Verbandplatz


Aufbau der Beleuchtung für den Verbandplatzeingang


Registrierung der Leichtverletzten 


Versorgung und Betreuung eines Verletzten 


Herstellung der Transportbereitschaft ins Krankenhaus 
bei einem jugendlichen Patienten mit Kopfplatzwunde


Am Ende der Übung findet noch eine kurze Einsatzbesprechung statt

Resümee

Mit über 70 Einsatzkräften, davon 21 von der SEG Esslingen, ist der Aufwand zur Personenrettung und -versorgung bei Tunnelunfällen recht hoch. Eine großzügige Alarmierung im Ernstfall ist eine wichtige Voraussetzung für die adäquate Rettung und Versorgung der Betroffenen.

Insbesondere die Haltestelle Zinsholz mit den sehr eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten lässt zumindest im Übungsfall keine strukturierte Versorgung einer größeren Zahl von Verletzten zu. Im Ernstfall müsste dazu sicherlich die naheliegende Landstraße gesperrt werden.

Wie aus früheren Übungen schon bekannt, hat sich auch dieses Mal die Funk-Kommunikation in Ruit als sehr schwierig gestaltet. Die einzelnen Einsatzabschnitte waren nur schwer per 2 bzw. 4 m Funk zu erreichen. Wie der Zufall es so will viel auch ein Mobilfunknetz für ca. 30 Minuten aus. Erst die Aufstellung eines weiteren Fahrzeuges mit stationärem 2 m Funk brach die notwendige Verbesserung.

 

Fotos: Barbara Eissele